Ihren Namen gaben der Cranberry übrigens die ersten Siedler Amerikas. Sie nannten die Früchte "crane berries" (Kranichbeere), weil die Staubfäden der Blüten einen Schnabel bilden, der aussieht wie der eines Kranichs. Bekannt gemacht mit der Beere hatten sie die Indianer, die die Cranberrys auch wegen ihrer heilenden Eigenschaften schätzten.
Medizinmänner wuschen Verletzungen mit ihrem Saft und bereiteten Cranberryumschläge, um Gift aus Wunden zu ziehen. Später gehörten auf amerikanischen Walfangschiffen große Mengen Cranberrys zum Proviant: Die Seeleute beugten so der Vitamin-C-Mangel-Krankheit Skorbut vor. Die roten Beeren stecken nämlich voller Antioxidanzien, enthalten entzündungshemmende Stoffe.
Wirksame Proanthocyanidine
Dass Saft und Früchte mittlerweile auch in Deutschland immer häufiger angeboten werden, liegt an ihren bemerkenswerten gesundheitlichen Effekten.
Lange schrieb man die vorbeugende Wirkung der Cranberrys gegen Blasenentzündungen dem hohen Vitamin-C-Gehalt zu. Das Vitamin säuert den Harn an, und viele typische Blasenkeime vermehren sich in einem solchen Milieu schlecht. Heute gehen Experten davon aus, dass der Schutzeffekt der Beere auf ihrem Gehalt an Proanthocyanidinen beruht.
Diese "sekundären Pflanzenstoffe" hindern Coli-Bakterien daran, sich an die Schleimhautzellen der Blasenwand zu heften. Damit stören sie die Ansiedlung und Verbreitung der Bakterien, die für 80 bis 90 Prozent der Infektionen verantwortlich sind. "Mehr als 50 Prozent aller Frauen erkranken im Lauf ihres Lebens an einer Blasenentzündung – die meisten von ihnen öfter als einmal", sagt Privatdozentin Dr. Kaven Baessler von der Berliner Charité.